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Image by Stefan Keller from Pixabay

Offener Möckernkiez ade?

In der Beiratssitzung am 3. Mai 2022 wurde das Thema Mitgliederstopp behandelt. Nach einer Umfrage zum Meinungsbild in den einzelnen Häusern sind die Ergebnisse ernüchternd. Haben die Kämpfer und Kämpferinnen von einst, diese mutigen Gründer und Gründerinnen heute einfach nur noch Angst? Die Mehrheit der bereits „Wohnenden“ fürchtet sich vor der wachsenden Zahl der „Nichtwohnenden“. Die größte Befürchtung scheint, dass die derzeitigen Privilegien der Wohnenden bei einer Abstimmung von den Nichtwohnenden überstimmt würden und eventuell verloren gehen. Um dem vorzubeugen, soll nun möglichst schnell der dafür zuständige Vorstand der Genossenschaft die derzeite Praxis des „offenen Möckernkiez“ beenden.
So haben eine Handvoll Genossen aus einer AG des Möckernkiez Vereins und Teile des Aufsichtsrats einen fraglichen Angstbrief, der neue Mitglieder verhindern soll, in den Beirat eingereicht. Der neue Vorstand wurde dann per Abstimmung im Beirat dazu gedrängt, die seit Jahren bestehende Regelung zu überdenken. Seine Vorgänger haben die Position des „offenen Möckernkiezes“ stets vehement verteidigt. Ob sich das ändert, wird nun wieder einmal behandelt.

Zwei Meinungsbilder brachten sehr konträre Ergebnisse:
– Die Wohnenden wollen mehrheitlich die Schließung der Mitgliederaufnahme.
– Die Nichtwohnenden sind mehrheitlich weiter für den offenen Möckernkiez und neue Mitglieder.


Neue Genossenschaftsmitglieder werden in dieser Diskussion gerne als etwas verirrt dargestellt – „wissen die denn überhaupt, auf was sie sich einlassen, wenn sie bei uns Genossenschaftsmitglied werden?“ ist dabei eine häufig aufgeworfene Frage.
Doch, es ist anzunehmen, dass die erwachsenen Neumitglieder lesen können und sehr wohl wissen, was sie da tun. Viele von ihnen setzen seit einigen Jahren auf die in der Satzung in Aussicht gestellten Neubau oder Erweiterung (ergab eine Umfrage bereits in 2020).
Das kostspielige und langwierige Zukunftsforum, das speziell auf Neubau und Erweiterung ausgerichtet wurde, hat zwei Jahre später keine wirklich neuen Erkenntnisse gebracht. Diese Art der Beteiligung war eventuell das falsche Format zu diesem Thema.