{"id":5041,"date":"2020-07-26T18:44:51","date_gmt":"2020-07-26T16:44:51","guid":{"rendered":"https:\/\/redaktion.moeckernkiez.org\/?p=5041"},"modified":"2020-10-30T18:59:53","modified_gmt":"2020-10-30T17:59:53","slug":"warnung-vor-corona-warn-app","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/moeckernkiez.org\/?p=5041","title":{"rendered":"Warnung vor Corona-Warn-App"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-file alignright\"><a href=\"https:\/\/redaktion.moeckernkiez.org\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/contact_tracing_app_traffic.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download>Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right has-small-font-size\">Link zur original Datenschutzbewertung der Corona-Warn-Apps<\/p>\n\n\n\n<p>Douglas Leith und Stephen Farrell vom Trinity College in Dublin haben sich die Corona Apps einiger Europ\u00e4ischen L\u00e4nder etwas genauer angesehen und eine Studie dazu ver\u00f6ffentlicht. <br>Aktuell scheint gerade Google sehr viele personenbezogene Daten hemmungslos abzugreifen. Es w\u00e4re doch sch\u00f6n, wenn einfach die Grundrechte auf Datenschutz gewahrt blieben.<br>Leider greift scheinbar gerade Google auf den Android Smartphones sehr ungeniert alle 20 Minuten vielen Daten ab. Das erm\u00f6glicht in Zusammenhang mit den besonders sch\u00fctzenswerten Gesundheitsdaten eine interessante Profilbildung. Daten, die die Gesundheitsbeh\u00f6rden absichtlich nicht auswerten wollten, werden scheinbar ohne Scheu von Google eingesammelt. <br>Hier beginnt auch der Zwiespalt. F\u00fcr eine effektive Unterbrechung der Infektionsketten scheinen die Tracing Apps sehr wertvoll. Doch die Erkenntnisse, wie weitgehend Google auch die Anwender der Tracing Apps aussp\u00e4ht, k\u00f6nnte viele davon abhalten, solche Apps zu installieren. Jedenfalls vergeht einem da doch die Laune, oder?<\/p>\n\n\n\n<p>Die Forscher empfehlen die Herausgabe einer aussagekr\u00e4ftigen Dokumentation und empfehlen eine gr\u00f6\u00dfere Einflussnahme staatlicher Stellen auf die im Hintergrund laufenden Dienste. Mit dem Ziel die Grundrechte auf Datenschutz seiner B\u00fcrger sicher zu stellen. <br>Doch ist das \u00fcberhaupt noch durchsetzbar in Anbetracht der Marktmacht der Anbieter?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right has-small-font-size\"><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.datenschutz-berlin.de\/datenschutz\/rechtliche-grundlagen\/\" target=\"_blank\">Hier ein Link zu den rechtlichen Grundlagen im Datenschutz<\/a><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Forscher empfehlen trotzdem drei m\u00f6gliche Wege, um die oben dokumentierte &#8222;Aufdringlichkeiten&#8220; zu mindern.<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">1.besteht ein erheblicher Mangel an Dokumentation \u00fcber die internen Aspekte der Warn-App-Implementierung und der anderen Teile der Google Play Services. Diese Sammlung von Schnittstellen und Hintergrunddiensten, unter anderem f\u00fcr den Datenaustausch, sind f\u00fcr den Betrieb der Warn-App erforderlich. Insbesondere sollte eine brauchbare Dokumentation dar\u00fcber, wie sich Google Play Services bei der Nutzung einer Warn-App-Anwendung so datenschutzfreundlich wie m\u00f6glich verhalten k\u00f6nnen, den Gesundheitsbeh\u00f6rden dabei helfen, ihren Nutzern und potenziellen Nutzern fundierte Entscheidungen zu erm\u00f6glichen. Den Wissenschaftlern ist keine derartige Dokumentation bekannt. Aber sie sind dar\u00fcber informiert worden, dass Google und Apple selbst \u00fcber dieses Problem informiert sind und planen, dieses Problem hoffentlich in naher Zukunft anzugehen.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">2.k\u00f6nnte Google einen &#8222;Quiet Mode&#8220;-Mechanismus implementieren, der es Nutzern, die den Datenaustausch mit den Google Play Services problematisch finden, erm\u00f6glicht die Daten\u00fcbertragung an Google einfach abzuschalten. <\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">3.k\u00f6nnten die Gesundheitsbeh\u00f6rden, die Zivilgesellschaft und andere Stellen zusammen mit Google und Apple die mit dem Warn-App-System verbundenen Governance-Fragen insgesamt erneut pr\u00fcfen. Die Beteiligung von Google und Apple ist absolut notwendig. In der derzeitigen Situation, in der Google und Apple im Wesentlichen Gatekeeper sind, w\u00e4re es sehr w\u00fcnschenswert, dass sie das Verhalten der Apps von mehreren Partnern kontrollieren und \u00fcberpr\u00fcfen lie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wer mehr Details lesen m\u00f6chte, hier geht es technisch noch etwas weiter&#8230;<\/h2>\n\n\n\n<p>In der Kurzfassung beschreiben die Wissenschaftler die Daten, die von den Coroan Warn-Apps zur Ermittlung von Kontaktpersonen \u00fcbertragen werden. In ihrer Studie bewerten sie die Einhaltung der europ\u00e4ischen Datenschutzvorgaben. Dabei haben sie die Corona-Warn-Apps folgender L\u00e4nder unter die Lupe genommen: Deutschland, Italien, Schweiz, \u00d6sterreich, D\u00e4nemark, Spanien, Polen, Lettland und Irland.<br><br>Die Apps bestehen aus zwei getrennten Komponenten: einer &#8222;Client&#8220;-App, die von den nationalen Gesundheitsbeh\u00f6rden verwaltet werden, und dem Google\/Apple Exposure Notification (Warn-App)-Service, der auf Android-Ger\u00e4ten von Google verwaltet wird und Teil der Google Play Services ist. <br>Douglas und Stephen stellen fest, dass sich die Client-Apps der Gesundheitsbeh\u00f6rden aus der Sicht der Privatsph\u00e4re im Allgemeinen gut verhalten, obwohl die Privatsph\u00e4re der irischen, polnischen, d\u00e4nischen und lettischen Apps verbessert werden k\u00f6nnten. <br>In deutlichem Kontrast dazu finden sie aber, dass die Google Play Services-Komponente dieser Apps aus Sicht des Datenschutzes \u00e4u\u00dferst beunruhigend ist. <br>Selbst in einer &#8222;datenschutzbewussten&#8220; Konfiguration kontaktieren die Google Play Services nach wie vor etwa alle 20 Minuten die Google-Server, was m\u00f6glicherweise eine feink\u00f6rnige Standortverfolgung \u00fcber die IP-Adresse erm\u00f6glicht. Dar\u00fcber hinaus geben die Google Play-Dienste auch die IMEI des Telefons, die Hardware-Seriennummer, die SIM-Seriennummer, die Telefonnummer des Handsets, die WiFiMAC-Adresse und die E-Mail-Adresse des Nutzers zusammen mit feink\u00f6rnigen Daten \u00fcber die auf dem Telefon ausgef\u00fchrten Apps an Google weiter. Diese Datensammlung wird automatisch durch die Aktivierung der Google Play Services aktiviert, auch wenn alle anderen Google-Dienste und -Einstellungen deaktiviert sind. Sie scheint daher f\u00fcr Nutzer von Apps zur Kontaktverfolgung auf Android unumg\u00e4nglich zu sein. <br>Sie stellen fest, dass die Client-Komponente der Kontaktverfolgungs-Apps f\u00fcr die Gesundheitsbeh\u00f6rden in der Regel in der \u00d6ffentlichkeit sehr genau untersucht wurde und in der Regel eine Datenschutzfolgenabsch\u00e4tzung enth\u00e4lt, w\u00e4hrend f\u00fcr die Warn-App-Komponente dieser Apps keine derartige \u00f6ffentliche Dokumentation existieren. <br>Um das Vertrauen der Bev\u00f6lkerung zu erhalten, empfehlen die Wissenschaftler die komplette \u00dcbernahme und \u00dcberwachung des Kontaktverfolgungs\u00f6kosystem an nationale beh\u00f6rdliche Stellen zu \u00fcbergeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Forscher sind sich dessen bewusst, dass Google Play Services eine unerl\u00e4ssliche Softwarekomponente auf den Android Smartphones ist und daher m\u00f6glicherweise nicht einfach modifiziert werden kann. Es kann auch sein, dass \u00c4nderungen an den Google Play Services f\u00fcr die Warn-Apps, den kommerziellen Erfolg etwas schm\u00e4lern, was in Kauf genommen werden k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"zitat\">Weitere Quellen: <br><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.zdf.de\/nachrichten\/digitales\/corona-app-google-play-datenschutz-102.html\" target=\"_blank\">ZDF 24. Juli 2020<\/a>   <br><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/corona-warn-app-play-services-uebermitteln-daten-an-google.684.de.html?dram:article_id=481253\" target=\"_blank\">Deutschlandfunk 25. Juli 2020<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Douglas Leith und Stephen Farrell vom Trinity College in Dublin haben sich die Corona Apps einiger Europ\u00e4ischen L\u00e4nder etwas genauer angesehen und eine Studie dazu ver\u00f6ffentlicht &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":5047,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_uag_custom_page_level_css":"","iawp_total_views":3,"footnotes":""},"categories":[63,9,41,11],"tags":[69],"class_list":["post-5041","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuelles","category-uncategorized","category-digirepair","category-medien","tag-normal","entry","rows-excerpt"],"uagb_featured_image_src":{"full":["https:\/\/moeckernkiez.org\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/smartphone-corona-app.jpg",1024,682,false],"thumbnail":["https:\/\/moeckernkiez.org\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/smartphone-corona-app-140x140.jpg",140,140,true],"medium":["https:\/\/moeckernkiez.org\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/smartphone-corona-app-350x233.jpg",350,233,true],"medium_large":["https:\/\/moeckernkiez.org\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/smartphone-corona-app-768x512.jpg",768,512,true],"large":["https:\/\/moeckernkiez.org\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/smartphone-corona-app.jpg",1024,682,false],"1536x1536":["https:\/\/moeckernkiez.org\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/smartphone-corona-app.jpg",1024,682,false],"2048x2048":["https:\/\/moeckernkiez.org\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/smartphone-corona-app.jpg",1024,682,false],"awpcp-thumbnail":["https:\/\/moeckernkiez.org\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/smartphone-corona-app.jpg",188,125,false],"awpcp-featured":["https:\/\/moeckernkiez.org\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/smartphone-corona-app.jpg",300,200,false],"awpcp-featured-on-lists":["https:\/\/moeckernkiez.org\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/smartphone-corona-app.jpg",300,200,false],"awpcp-large":["https:\/\/moeckernkiez.org\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/smartphone-corona-app.jpg",640,426,false]},"uagb_author_info":{"display_name":"MB","author_link":"https:\/\/moeckernkiez.org\/?author=2"},"uagb_comment_info":0,"uagb_excerpt":"Douglas Leith und Stephen Farrell vom Trinity College in Dublin haben sich die Corona Apps einiger Europ\u00e4ischen L\u00e4nder etwas genauer angesehen und eine Studie dazu ver\u00f6ffentlicht ...","publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-07 13:27:14","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/moeckernkiez.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5041","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/moeckernkiez.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/moeckernkiez.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/moeckernkiez.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/moeckernkiez.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5041"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/moeckernkiez.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5041\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5089,"href":"https:\/\/moeckernkiez.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5041\/revisions\/5089"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/moeckernkiez.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/5047"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/moeckernkiez.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5041"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/moeckernkiez.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5041"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/moeckernkiez.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5041"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}